Oktober, 2012

STIMMUNGSBOYKOTT Hannover 96 – BVB

6.10.2012

Wer beim Verteilen des Flyers helfen möchte, kommt bitte morgen um 14.30 Uhr zur Kneipe “Klickmühle” gegenüber der Göttinger Sieben.

Fanszene-Treffen, Samstag 14 Uhr

5.10.2012

Der Stimmungsboykott dürfte inzwischen an kaum einen vorbei gegangen sein, denn es wird rege diskutiert. An dieser Stelle möchten wir daher nochmal jeden aus der 96-Fanszene einladen, morgen um 14 Uhr ins Jugendzentrum Döhren (Peiner Straße 5, nicht verwechseln mit Freizeitheim Döhren) zu kommen.
Die aktuelle Situation soll dargestellt und diskutiert werden, ebenso soll erörtert werden, wie es weiter gehen kann.

STIMMUNGSBOYKOTT Hannover 96 – Levante UD

4.10.2012

Liebe Stadionbesucher,

dass Hannover 96 und Teile seiner Anhängerschaft sich in der Bewertung guten Geschmacks nicht unbedingt einig sind, konnte man in den letzten Wochen verschiedenen Medien entnehmen. Meinungsvielfalt bereichert das Leben und das ist daher grundsätzlich zu begrüßen.

Weniger begrüßenswert hingegen ist die Art und Weise wie der Verein seine Version unter die Leute gebracht hat, öffentlich nämlich und damit sehr einseitig. Allerdings ist auch das eine Frage des Geschmacks und damit selbstverständlich legitim.

Wirklich problematisch ist nun, dass die Geschmacksdiskussion nur der Auftakt für weitere Maßnahmen gewesen ist. Hausverbot gibt es jetzt nämlich, wenn man den Geschmack von Hannover 96 nicht teilt.

Damit ist also klar, um die Fahne geht es gar nicht. Wäre sie das Problem, hätte man das schon vor etlichen Jahren thematisieren müssen. Neu ist das Schwenkelement nämlich nicht!

Neu ist nur die Empörung darüber. Und daraus leitet sich direkt die entscheidende Frage ab: Was kommt als Nächstes? Sind demnächst auch Spruchbänder verboten? Darf man überhaupt noch stehen, wenn man einen Sitzplatz erworben hat?

Im ersten Moment mag das stark überzeichnet wirken, guckt man aber nach Großbritannien, kann man sehen, wo die Reise hingehen soll. Diesen Quatsch zu erdulden, steht natürlich jedem frei. Wir aber haben uns entschieden.

Mit großen Choreographien, einem bunten und lebendigen Block und lauten Gesängen bilden wir einen nicht unerheblichen Teil der Faszination Stadion. Freiwillig und ehrenamtlich. So lange im Niedersachsenstadion aber Einschränkungen gelten, die sich nicht aus Gesetzen ableiten lassen, werden wir sämtliche Aktivitäten einstellen und still dem Spiel folgen. Wir freuen uns über jeden, der sich uns anschließt, schreiben aber niemandem etwas vor.

Ein jeder ist eingeladen sich unserer Sicht anzuschließen. Sie aber auch mit uns zu diskutieren. Im Block oder Zwinger. Und am Samstag (06.10.) um 14 Uhr im Jugendzentrum Döhren, Peiner Straße 5 (bitte nicht mit dem Freizeitheim Döhren verwechseln).

Als Einschub und Ergänzung für alle, die mit der Thematik nicht vertraut sind, gibt es hier einen chronologischen Abriss:

Seit 2007 gibt es die Fahne mit dem Konterfei von Fritz Haarmann in unseren Reihen, bei Heim- und Auswärtsspielen wurden sie immer wieder geschwenkt. Offizielle Reaktionen gab es nicht -weder durch 96 noch durch die Medien. Dies war auch nicht zu erwarten, da die Figur Haarmanns Teil unserer Stadtgeschichte ist und u.a. auch auf dem Weihnachtskalender des Tourismusbüros der Stadt verwendet wird.

Nach dem Heimspiel gegen Schalke 04 in dieser Saison hat sich allerdings eine große Boulevard Zeitung mit dem Thema beschäftigt und damit Martin Kind unter Zugzwang gesetzt. Dieser äußerte sich, ohne die Hintergründe zu kennen, und sprach davon, dass die Fahne im Niedersachsenstadion nichts zu suchen hätte. In einem persönlichen Gespräch war von dieser Einschränkung allerdings nicht die Rede. Die Fahne gilt also offiziell nicht als verboten.

Trotzdem greift 96 (aufgrund des medialen Drucks?!) zu dem Mittel des Hausverbotes, um die Fahnenschwenker zu verbannen. Das erste wurde heute zugestellt, ob und wie viele noch folgen wissen wir aktuell nicht.

Haarmann gehört zur hannoverschen Stadtgeschichte wie Jack the Ripper zu der Londons. Vielleicht wird sich auch der in Hannover ansässige Pub “Jack the Ripper’s” in naher Zukunft umbenennen müssen. Wir wissen es nicht, aber wir wissen, dass wir es uns nicht verbieten lassen Bezug auf die hannoversche Stadtgeschichte zu nehmen.